1816 - 1938

1816: Gründung des Bankhaus E. J. Meyer durch den Kaufmann Elias Joachim Meyer. Meyer stammte aus Körlin und hatte 1815 das Berliner Bürgerrecht erhalten.
1830: Die Bank ist in der Königstraße 7 angesiedelt. Handelskontakte bestehen u.a. zu N. M. Rothschild in London.
1847: Abschluss eines Gesellschaftervertrages zwischen Elias Joachim Meyer und seinen beiden Söhnen Abraham und Friedrich.
1856: Die Bank begleitet die Gründung der Mitteldeutschen Kredit-Bank.
1864: Die Bilanzsumme liegt bei 0,8 Mio.
1868: Die Bilanzsumme liegt bei 1,03 Mio.
1870: Abraham Meyer, Seniorchef des Hauses und Preußischer Kommerzienrat zeichnet für E. J. Meyer 500.000 Taler am Gründungskapital der Deutschen Bank, ist damit der zweite größte Einzelzeichner. Bis zu seinem Tod 1881 gehört er dem Verwaltungsrat der Deutschen Bank an.
  In den Jahren nach dem Deutsch Französischen Krieg investiert E.J. Meyer in Aktienpakete von verschiedenen Bank- und Eisenbahn Gründungen, und beteiligt sich an Terraingesellschaften im Raum Berlin. Die Bank knüpft Handelskontakte im In- und Ausland.
1872: Die Bank beteiligt sich mit anderen Instituten in Frankfurt an der Gründung der Internationalen Bau- und Eisenbahngesellschaft AG, welche im folgenden Jahr mit dem Bauunternehmer Philipp Holzmann die Philipp Holzmann & Co. gründet.
1875: Umzug der Bank in die Voßstraße 16. Das von den Architekten Heinrich Kayser und Carl von Groszheim entworfene Palais im Neorenaissance-Stil dient auch als privater Wohnsitz der Familie von Friedrich Meyer.
  E. J. Meyer beteiligt sich an einem Emissionskonsortium für württembergische Staatsanleihen.
  Abraham Meyer wird in den Generalrat der neu gegründeten Reichsbank gewählt.
  Die Bilanzsumme liegt bei 6,2 Mio. Die Bank hält ein umfangreiches Portfolio an Aktien von Industrieunternehmen, Eisenbahnbeteiligungen, Bank und Bergwerkstiteln.
1881: Tod von Abraham und Friedrich Meyer. Die Bank wird durch den Sohn von Abraham Meyer, Ernst Joachim Meyer (1854-1923) weitergeführt. Die Bank gehört zu den Mitbegründern der Nationalbank, der späteren Danat Bank.
1895: Zusammen mit anderen Förderern unterstützt die Bank den Ankauf der Briefe Goethes an Frau von Stein für das Goethe Schiller Archiv in Weimar.
1896: Die Bank wird durch Kommerzienrat Ernst Joachim Meyer und Kommerzienrat Albert Stäckel geleitet. Ernst Joachim Meyer ist Mitglied im Aktionärsausschuss des Berliner Cassen-Vereins.
1912: Die Bank nimmt vertreten durch Kommerzienrat Albert Stäckel am IV. Allgemeinen Deutschen Bankiertag in München teil. Kommerzienrat Stäckel berichtet über das Bestreben einer Kommission zur Erreichung und zum Erhalt angemessener Konditionen im Bankverkehr.
1913: Eintritt von Dr. Adolph Ernst Joachim Meyer in die Bank.
1921: E. J. Meyer begleitet die Kapitalerhöhung der Philipp Holzmann AG.
1923: Tod des Kommerzienrates Albert Stäckel.
  Durch Erlass des Handelsministers wird die Bank zum 12. September als Devisenbank anerkannt.
1928: Tod des Kommerzienrates Ernst Joachim Meyer.
  Aufnahme von Georg Rogalski und Dr. Leonhard Horwitz als persönlich haftende Gesellschafter
1930: Teilnahme an einem durch das Bankhaus von Goldschmidt-Rothschild & Co. geführten Bankenkonsortium zur Stützung von an der Börse notierten Gesellschaften.
1931: Bankenkrise in Deutschland, welche E:J. Meyer unbeschadet übersteht. Georg Rogalski scheidet als persönlich haftender Gesellschafter aus.
1932: Treuhänderische Abwicklung des Bankhauses Schwarz Goldschmidt & Co. für die Dresdner Bank durch E. J. Meyer. Die übertragene Treuhandmasse belief sich auf RM 8,1 Mio. Für die Abwicklung der Kreditengagements wurde E. J. Meyer prozentual am Erlös beteiligt. E. J. Meyer übernimmt einige der ehemaligen Angestellten von Schwarz Goldschmidt & Co. und Julius Schwarz und Dr. Walter Flörsheimer treten in die Geschäftsleitung von E.J. Meyer ein.
  Die Bilanzsumme von E. J. Meyer liegt bei ca. 2,5 Mio. RM
1934: Am 24.11.1934 verstirbt Julius Schwarz
  Die Bank beschäftigt 42 Mitarbeiter
1936: Ende des Jahres wird die Treuhandvertrag für die Abwicklung von Schwarz Goldschmidt & Co. aufgelöst, nachdem der überwiegende Anteil der ausstehenden Kredite abgewickelt wurde.
1937: Die Bank muss ihre Geschäftsräume in der Vossstraße 16 aufgeben – die gesamt Nordseite der Straße wird für den Erweiterungsbau der Reichskanzlei abgerissen. Der Sitz der Bank wird in die Französische Stra0e 47 verlegt.
Quelle: Mitteldeutsche Creditbank, 100 Jahre, Frankfurt 1956